Archive for 2020

Verheiratet, 2 Kinder

Wednesday, July 1st, 2020

Ein wenig ekelt es noch immer, einen Schwanz in den Mund zu nehmen und daran zu lutschen. Auch in den Arsch gefickt zu werden bereitet mir nicht wirklich Freude. Aber ich denke, dass ich mich daran noch gewöhnen werde. So, wie ich heute kein Problem mehr habe, einen Mann zu küssen. Ausbezahlt hat sich der Wechsel auf die Schwulenseite aber allemal. Bewerbungsprozesse verlaufen deutlich erfolgreicher, seit ich auf meinem Lebenslauf – da wo andere wohl «verheiratet, 2 Kinder» vermerken – «homosexuell» schreibe. Mir ist nicht entgangen, dass Gesprächspartner, die ich beim Bewerbungsgespräch treffe, diesen Vermerk eingekreist haben. Wenn da nicht die Firmenanlässe wären, wo es üblich – fast Pflicht – ist, mit Partner zu erscheinen, würde ich es mir selbstredend ersparen, auch tatsächlich mit Männern ins Bett zu gehen. 

Schokoköpfe

Sunday, June 14th, 2020

Am Ende werde ich meine Fabrik wohl abfackeln müssen, um dem Spuk ein Ende zu bereiten, denn enteignen lassen werde ich mich nicht. Dass man mir verbieten will, Mohrenköpfe zu verkaufen, kann ich zwar auch nicht verstehen, dass man mir aber vorschreiben will, Schokoköpfe zu produzieren, ist definitiv absurd. Als Unternehmer sollte ich doch entscheiden können, ob ich ein Geschäft betreiben will oder nicht. Und wenn ich keine Mohrenköpfe verkaufen kann, weil dies jetzt verboten ist, sollte ich doch mein Geschäft einstellen können. Es werden dauernd Geschäfte geschlossen und dass dabei Arbeiter die Stelle verlieren, gehört dazu. Mich unter der Drohung, mich zu enteignen, zwingen zu wollen, meine Produktion weiterzuführen, um die Arbeitsplätze zu erhalten, aber von Mohrenköpfen auf die Produktion von Schokoköpfen umzustellen, ist diktatorische Willkür. Aber wahrscheinlich wird man auch einen Weg finden, mich fürs Abfackeln dran zu kriegen und vielleicht ist es einfacher, die alten Produktionsanlage gezielt zu sabotieren und mich dann heimlich auf eine Insel einer anderen Bananenrepublik abzusetzen. 

Wir Bildungsnation

Sunday, May 31st, 2020

Unser Land hat das höchste Bildungsniveau. Das lässt sich natürlich nicht an PISA-Studien ablesen. Dort geht es darum, gelerntes Wissen abzufragen. Das kann man einem Computer füttern. Aber am Ende ist entscheidend, was man aus diesem Wissen macht. Und da punkten wir. Man kann verschiedene Indikatoren heranziehen, aber nicht alle Zeiten eignen sich gleich gut, um sie zu beobachten. Die momentane Corona-Krise liefert dazu ein ideales Umfeld. 

Man kann zum Beispiel bei den Leserbriefen in unserer Lokalpresse ansetzen. Da hat letzte Woche der Drogist aus unserem Nachbardorf fein säuberlich die Massnahmen der Landesregierung zerpflückt. Angefangen bei den Schulschliessungen bis zu den Handwaschanleitungen zeigte er auf, wie falsch diese Massnahmen sind. Alles klar begründet anhand von wissenschaftlichen Studien, die er auch benennt. 

Oder der Leiter unserer Sparkasse, er ging mit den Massnahmen zur Stützung der Wirtschaft hart ins Gericht. Er sagt voraus, dass es ohne rigorose Kreditprüfung bei den Corona-Krediten eine hohe Missbrauchsquote geben wird, die uns viel Geld kosten werde. Dieses verlorene Geld sollte besser den Arbeitslosen zukommen, das wäre volkswirtschaftlich effektiver, rechnet er vor.

Man mag dagegenhalten, dass es sich bei diesen beiden Beispielen um Fachleute handelt, die naturgemäss einiges von der Sache verstehen und dass dies nichts mit einem allgemeinen Bildungsniveau zu tun hat.

Seit der schrittweise Öffnung geben auch zufällig mitgehörte Gespräche im ÖV ein gutes Bild davon, wie breit unsere Bevölkerung informiert ist. Die meisten wissen, dass Masken tragen sinnlos und das Schliessen von Pubs nutzlos ist. Sie wissen wie weit der Virus mit der Atemluft abhängig von der Luftfeuchtigkeit getragen wird, sie wissen wie lange das Virus bei 20 Grad überlebt und wie gross die Dunkelziffer bei den Infizierten ist. Sie wissen auch, dass eine Impfung keinen Schutz bieten wird, da das Virus rasch mutiert.

Während also in anderen Ländern Anordnungen, so falsch sie auch sein mögen, gedankenlos befolgt werden, nehmen die Leute hier ihren Bildungsrucksack, informieren sich und können daraus eigene Schlüsse ziehen. Das ist unter Bildung zu verstehen, wenn man auf seinem angeeigneten Wissen aufbauend neues Wissen akquirieren und dann für die täglichen Herausforderungen nutzbar machen kann.

Drum lassen wir uns auch nicht von der Regierung an der Nase herumführen. Und wir fallen auch nicht auf die versteckten, von internationalen Grosskonzernen orchestrierten Pläne herein, uns unnötige Impfungen zu verpassen oder uns durch Online-Apps auf Schritt und Tritt zu gläsernen Bürgern und Konsumenten zu machen.